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Wölfe
Ein Sehnen durchfließt manche Nacht mein Blut
Ein Sehnen voll Haß, voller Angst, voll Wut
Ein Sehnen so stark, so fremd in mir
Ein Sehnen, das mich oft machte zum Tier
Ich kann’s nicht verleugnen, nicht lösen den Bann
Ich weiß nicht, ob etwas mich retten kann
Ich träume so oft von stillem Glück
Ich wünschte das Sehnen käm’ nie mehr zurück
Doch immer wenn nachts der Mond aufgeht
Doch immer wenn eisig der Winterwind weht
Doch immer wenn Einsamkeit fällt in mein Sein
Doch immer dann setzt das Sehnen ein
Es zieht an mir wie stählernes Band
Es hat meinen Willen fest in der Hand
Es ist zu stark, um zu widerstehen
Es ist wie die Sucht, die Sonne zu seh’n
Dann streckt sich mein Körper in heller Pein
Dann ändert die Form unter Schmerz mein Gebein
Dann senkt über meinen Geist sich die Gier
Dann werd’ durch das Sehnen ich selbst zum Tier
Jage durch Wälder in dunkelster Nacht
Jage das Leben mit rasender Macht
Jage allein in des Mondes Licht
Jage bis Dämmerung den Bann zerbricht
Ich weiß nicht was in der Nacht ich getan
Ich weiß nichts mehr von diesem Wahn
Ich will mich besinnen doch nichts wird mir klar
Ich kann nur erkennen, daß ein Wolf ich war
Der Wolf, der jede Nacht in mir erwacht
Der Wolf, der alles zur Beute sich macht
Der Wolf, der in jedem von uns sei
Doch lassen wir nur des Nachts ihn frei
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