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Der Drache ist ein eigenartiges Geschöpf. Er ist uns allen vertraut, aber jeder
stellt ihn sich anders vor, mit oder ohne Schwingen, auf zwei oder vier Beinen, manchmal ohne Beine, dann wieder mit Vogelklauen oder Löwentatzen, im Federkleid, mit Schuppen, als Meerungetüm. Wir wissen nicht
recht, was es mit ihm auf sich hat. Gelten doch Drachen als reine Phantasiegestalten. In unseren westlichen Kulturkreisen wird der Kampf gegen den Drachen immer als Kampf gegen das Böse dargestellt, da unsere Kultur
von der Institution des Christentums stärker geprägt wird, als uns bewusst ist. So ist es nicht verwunderlich, daß der heilige Georg vom Rücken seines Schimmels aus den Drachen bekämpft. Häufig wird in der Bibel auf
Drachen Bezug genommen, als Feind des Menschen und als Feind Gottes. Am ehesten sind uns deshalb jene Drachenlegenden vertraut, die den gleichen Inhalt haben: Der skandinavische Donnergott Thor tötet am Tag der
Letzten Schlacht, Ragnarök, die weltumschlingende Midgardschlange Jormungander und findet dabei selbst den Tod. Siegfried erlegt im Nibelungenlied den Drachen Fafnir und wird durch das Bad im Drachenblut fast
unverwundbar, bis auf eine Stelle an seinem Körper, auf die ein Blatt gefallen war. Diese einzige verwundbare Stelle bringt ihm den Tod. Beowulf besiegt erst den Drachen Grendel und dessen Mutter, bevor er im Kampf
gegen einen dritten Drachen tödlich verwundet wird. Jedes Mal steht am Ende himmelsstürmender Energieaufwendungen der bodenlose Fall.
Ganz anders hingegen die Rolle des Drachen in Asien. Drachen sind ein Symbol für
Kräfte, die nicht nur überall auf der Erdoberfläche wirken, sondern sich auch im Weltinneren und im Himmel finden. Sie symbolisieren eine innewohnende Kraft, die über Raum und Zeit hinausgeht.
Im Osten gibt es unzählige Feste, bei denen der Drache hoch erhobenen Haupte
durch die Straßen getragen wird. Seine Weisheit wird dort zu Liebe.
Aber auch in unseren Gefilden wurde - jenseits christlicher Wandlungen - der
Mythos
vom Drachen stets als ein Mythos innerer Kräfte aufgefaßt. In den keltischen Mythen heißt es, daß Druiden das gesamte Energiesystem der Erde als eine Manifestation des Drachen ansahen und die magnetischen Ströme, die kreuz und quer über der Erdoberfläche verlaufen, Drachenlinien genannte wurden. An den Knotenpunkten der Gitterstäbe rollen diese Linien, auch Leylinien genannt, sich zusammen und winden sich an die Oberfläche - etwa in Glastonbury und auf der Isle of Wight. An diesen Stellen, die eine starke “Drachenenergie” aufweisen, errichteten die Druiden gern stehende Steine oder astronomische Anlagen wir Stonehenge. Die Kelten sahen also die gesamte Erde als Körper des Drachen an.
Der Mythos vom Drachen symbolisiert Macht und Selbstbestimmung. Im Westen ist
dieses Geschöpf devot und heimtückisch geworden, eine kriecherische Schlange, die durch ihren schlechten Rat den Menschen immer wieder aus seinem verheißenen Paradies vertreibt. Es hortet Schätze und frisst
Jungfrauen.
Aber die Grenze zwischen westlichen und östlichen Auffassungen scheint zunehmend
zu verschwimmen. Der gute Drache hat schon Einzug in Europa und Amerika gehalten!
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Das Wort Drache stammt aus dem griechischen (drakon). Drachen sind
Fabelwesen, die sowohl in der abend- auch in der morgenländischen Kultur auftauchen. In den antiken Kulturen des nahen Ostens waren Drachen zumeist Symbol der Zerstörung - sie töteten, raubten Jungfrauen, zerstörten Dörfer, stahlen Vieh und brachten Chaos und Verderben. Sie sind die am höchsten entwickelten Echsen und unterscheiden sich deutlich in ihrer Größe, ihrer Intelligenz und im Lebensalter von allen anderen Reptilien.
Bei den alten Ägyptern war der Gott der Dunkelheit der Drache Apophis, der
allmorgendlich von
Ra, dem Sonnengott, besiegt wurde. In der klassischen Mythologie findet man den Drachen oft in der Rolle des Wächters. Die alten Griechen und die Römer glaubten, dass die Drachen die Geheimnisse der Erde kannten und diese an die Sterblichen weitergaben.
In den nordischen Sagen schließlich spielt der Drache ebenfalls eine
herausragende Rolle: Im Nibelungenlied tötet Siegfried den Drachen und badet in seinem Blut, woraufhin er unverwundbar wird. Bekannt sind Drachen aus als Schmuck, beispielsweise am Bug der Wikingerschiffe.
Im
asiatischen Raum spielen Drachen eine etwas andere Rolle und werden auch anders dargestellt. In China und Japan gilt der Drache als hohe spirituelle Macht, für Weisheit und Kraft. Er bringt Gesundheit, Glück und Regen. Am chinesischen Neujahrstag sollen Drachen (Drachentanz) die bösen Geister vertreiben. Der chinesische Drache hat fünf Klauen, nicht vier, und wurde damit Symbol des Kaiserreiches China.
Drachen ähhneln äußerlich meist Krokodilen oder anderen Echsen, sie haben
einen durch Schuppen gepanzerten Leib, oft Flügel, scharfe
Krallen und einen langen Schwanz, ebenso sagt man ihnen nach, dass sie feuerspeien könnten. In der Welt der Sagen und Legenden sind sie fast überall bekannt. Meist als fliegendes Ungeheuer, mit Zacken und Schuppen besetzter Haut, sowie der Kunst des Feuerspeiens bekannt. Teils als bösartige Wesen dargestellt, die das Vieh der Menschen rauben und die Häuser niederbrennen, teils als Herr einzelner Gebiete, wie z.B. Wälder, denen die Menschen Opfer darbringen mussten (meist schöne Jungfrauen) damit der Drache ihr Dörfchen verschont, aber auch als Wächter großer Schätze bekannt. Bald gab es sogenannte Drachentöter, die einerseits auf die Schätze der Drachen aus waren, die Jungfrauen retteten, aber auch den Drachen als -Trophäe- betrachteten.
Drachen wurden auch magische Kräfte nachgesagt. Zum einen war das Blut
eines Drachen begehrt, das es denjenigen, der darin badete von seinen Leiden befreite und unverwundbar machte. Erhielt man ein Stück des Herzen, teilte man mit dem Drachen seine Kräfte aber auch seine
Schmerzen und isst man es auf, so konnte man die Sprache einiger Tiere verstehen. Die Schuppen sollten einem Drachentöter das Jagen erleichtern, da es vor dem Feuer des Drachen schützte. Selbst den Zähnen und der Zunge sagte man magische Kräfte nach. Die Zähne galten hierbei als wertvolles Saatgut (man konnte Streitkräfte ernten und damit die eigenen Armeen vermehren) und wenn man eine Drachenzunge aß, konnte man sich der außergewöhnlichen Redegewandheit erfreuen.
Die magischen Eigenschaften und die Schätze der Drachen führte bald dazu, dass
sie vom aussterben bedroht waren und sich gänzlich von den Menschen zurück gezogen haben. Die Drachen waren seit jeher Einzelgänger, sie trafen sich nur um sich zu paaren, die Drachenweibchen brachten nach einem Monat ca. 3 - 12 Eier zur Welt und brütete sie bis zu einem Jahr! Die Väter spielten hierbei keinerlei Rolle. Die Nahrung bestand aus Schafen, Rinder und andere, Getier - wie aber Dank der großen Heldenepen bekannt ist - verschmähten sie auch das Fleisch von Jungfrauen nicht und auch nicht das Fleisch der Helden, die diese Jungfrauen retten wollten.
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Danke schön an Fabi!
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